Schleifmühlplatz

Vom Parkplatz zum Lieblingsplatz

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Die fünf Säulen der Kneipp-Philosophie

1. Wasser

Das Element Wasser steht im Mittelpunkt des Kneippgartens. Eine Kneipp-Tretanlage ermöglicht die unmittelbare Erfahrung der gesundheitsfördernden Wirkung von Wasser.

Darüber hinaus trägt Wasser in Verbindung mit Vegetation zur Abkühlung des Platzes bei und schafft ein attraktives Naturerlebnis mitten in der Stadt.

Die Gestaltung kann dabei bewusst einen Bezug zur örtlichen Geschichte herstellen. So könnten beispielsweise Hochbeete oder Gestaltungselemente den ehemaligen Verlauf der Schutter aufnehmen und sichtbar machen.

2. Bewegung

Der neue Kneippgarten lädt dazu ein, Bewegung selbstverständlich in den Alltag zu integrieren.

Die Rasenfläche neben dem Kneippbecken kann beispielsweise für Gymnastikkurse, Bewegungsangebote oder kleinere Gesundheitsveranstaltungen genutzt werden. Auch individuelle Übungen und aktive Erholung sind möglich.

Der Platz kann darüber hinaus zu einer Anlaufstelle für Radfahrer werden. Eine Einbindung in eine regionale „Kneipp-Radtour“ nach dem Vorbild bestehender Angebote, beispielsweise in Fürstenfeldbruck, könnte den Kneippgarten über den Ort hinaus bekannt machen.

Damit verbindet der Schleifmühlplatz Bewegung, Radverkehr und Gesundheitsförderung.

3. Ernährung

Die Säule Ernährung kann durch ein Urban-Gardening-Konzept sichtbar und erlebbar werden.

Hochbeete mit Kräutern, Gemüse und weiteren Nutzpflanzen können gleichzeitig als gestalterische Abgrenzung der einzelnen Bereiche dienen. Eine Ausführung beispielsweise in Cortenstahl würde einen dauerhaften und hochwertigen Gestaltungsschwerpunkt setzen.

Die Hochbeete könnten gemeinschaftlich betreut werden. Eine Kooperation mit dem naheliegenden Kindergarten und der Schule auf der Schanz ermöglicht Kindern und Jugendlichen einen direkten Zugang zu den Themen Ernährung, Natur und Nachhaltigkeit.

So wird gesunde Ernährung nicht nur vermittelt, sondern im öffentlichen Raum praktisch erlebbar.

4. Heilpflanzen

Die vierte Säule lässt sich durch einen Heil- und Kräutergarten integrieren.

Typische Heil- und Gewürzpflanzen können beschildert und mit Informationen zu ihrer Verwendung versehen werden. Dadurch entsteht ein kleiner Lern- und Erlebnisbereich, der die historische Kneipp-Philosophie mit heutigen Themen wie Gesundheitsbewusstsein und nachhaltiger Bepflanzung verbindet.

Die Bepflanzung trägt gleichzeitig zur Biodiversität bei und schafft Lebensräume für Insekten und andere Tiere.

5. Lebensordnung

Die Säule Lebensordnung steht für ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität, Ruhe und Erholung.

Der Kneippgarten kann deshalb bewusst auch als Ruheplatz und Erholungsoase gestaltet werden. Sitzmöglichkeiten im Grünen, Schatten spendende Bäume und eine ruhige Gestaltung schaffen einen Ort zum Verweilen und Entschleunigen.

Damit entsteht eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, die sowohl aktive Nutzung als auch Rückzug ermöglicht.
Eine konsumfreie Zone kann hier entstehen.

Der Platz kann dazu beitragen, das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung zu stärken und Gesundheit als Teil eines nachhaltigen und ausgewogenen Lebensstils im Alltag sichtbar zu machen.

Städtebaulicher Mehrwert

Die Umgestaltung des Schleifmühlplatzes geht über die Anlage eines Kneippgartens hinaus. Sie bietet die Möglichkeit, einen heute stark durch den Autoverkehr und die Parkplatzfunktion geprägten Bereich neu zu ordnen.

Eine Verlangsamung des Autoverkehrs, beispielsweise durch eine Shared-Space-Lösung, könnte die Aufenthaltsqualität zusätzlich erhöhen. Je nach Verkehrssituation wäre auch eine Einbahnstraßenregelung zu prüfen.

Die Entsiegelung schafft mehr Grün- und Aufenthaltsflächen und reduziert gleichzeitig die Aufheizung des Platzes. Bäume, Vegetation und Wasser leisten einen Beitrag zur klimatischen Anpassung und machen den Platz auch an heißen Sommertagen attraktiver.

Der aufgewertete Platz kann außerdem neue Besucher in die Altstadt führen. Als Tourismusmagnet und Bestandteil einer Stadtführung kann der Kneippgarten ein zusätzlicher Anziehungspunkt werden und die historische Stadtentwicklung mit einem modernen Gesundheits- und Klimakonzept verbinden.

Eine mögliche Verknüpfung mit den Camper-Stellplätzen am Hallenbad bietet zusätzliches Potenzial: Besucher können über den Kneippgarten und die Altstadt in die Innenstadt geführt werden. Auch für Radfahrer kann der Platz als attraktive Zwischenstation dienen.

Mögliche Vorteile auf einen Blick

  • Entsiegelung: Reduzierung versiegelter Parkplatzflächen und Schaffung neuer Grünbereiche
  • Blau-grüne Stadt: Verbindung von Wasser, Vegetation und klimafreundlicher Stadtentwicklung
  • Abkühlung: Grün und Wasser verbessern das Mikroklima und schaffen Schatten
  • Biodiversität: Neue Lebensräume für Pflanzen, Insekten und weitere Tierarten
  • Gesundheitsförderung: Kneippen, Bewegung, Heilpflanzen und gesunde Ernährung werden unmittelbar erlebbar
  • Gesundheitsbewusstsein: Gesundheitsvorsorge wird im öffentlichen Raum sichtbar
  • Erholung: Schaffung einer innerstädtischen Ruhe- und Erholungsoase
  • Belebung: Der Platz wird zu einem attraktiven Aufenthalts- und Begegnungsort
  • Begegnung: Angebot für Jung und Alt sowie für Einheimische und Besucher
  • Tourismus: Attraktiver zusätzlicher Anlaufpunkt und möglicher Baustein von Stadtführungen
  • Altstadtbezug: Besucher des Kneippgartens werden stärker in die Altstadt gelenkt
  • Radverkehr: Attraktive Anlaufstelle für Radfahrer und möglicher Bestandteil einer Kneipp-Radtour
  • Urban Gardening: Vermittlung von Ernährung, Natur und Nachhaltigkeit
  • Verkehr: Prüfung einer Verkehrsberuhigung, Shared Space oder Einbahnstraßenregelung
  • Platzaufwertung: Höhere Aufenthaltsqualität und ein eigenständiges Erscheinungsbild
  • Fördermöglichkeiten: Prüfung von Förderprogrammen mit möglichen Zuschüssen von bis zu 80 %
  • Camper: Potenzielle Verbindung zum Standort am Hallenbad und zur Altstadt
  • Naturerlebnis: Wasser, Pflanzen und Bewegung schaffen ein Naturerlebnis mitten in der Stadt

Fazit

Mit der Entsiegelung des Schleifmühlplatzes und der Anlage eines Kneippgartens kann aus einer überwiegend verkehrlich geprägten Fläche ein multifunktionaler Gesundheits-, Aufenthalts- und Begegnungsort entstehen.

Die fünf Kneipp-Säulen Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung bilden dabei die inhaltliche Grundlage. Sie lassen sich mit aktuellen städtebaulichen Themen wie Klimaanpassung, Entsiegelung, Biodiversität, nachhaltiger Mobilität und Gesundheitsförderung verbinden.

Der Schleifmühlplatz wird dadurch nicht nur ökologisch und gestalterisch aufgewertet. Er kann zu einem neuen Anziehungspunkt für Bürger, Radfahrer, Touristen und Besucher der Altstadt werden.
Die Maßnahme wäre damit ein sichtbarer und erlebbarer Schritt hin zu einer blau-grünen, gesundheitsbewussten und lebenswerten Stadt.